StoryLAB oder
Warum mich auf Reisen Geschichten mehr interessieren als Sehenswürdigkeiten

Mit: Zoom Expeditions & Frank Niedertubbesing

Die Bilder und konzeptionellen Serien dieses Beitrages entstanden in Kolumbien und der Mongolei.

Wenn ich reise, suche ich selten nach dem perfekten Bild. Mich interessieren keine Listen der schönsten Fotospots und auch nicht die Sehenswürdigkeit, die bereits tausendfach fotografiert wurde. Mich interessieren Menschen. Begegnungen. Beobachtungen. Skurrile Details. Und die Fragen, die sich daraus ergeben. Viele meiner fotografischen Projekte beginnen deshalb nicht mit einem fertigen Konzept, sondern mit Neugier.

Mongolei Flying Backseat Landscape
Mongilei Dyptichon "Beautiful Light"
Mongilei Dyptichon "Capital City"

Auf Reisen schalte ich bewusst einen Gang zurück, im besten Sinne. Statt auf Vielseitigkeit setze ich auf Limitation: mal ist es nur eine Reportagekamera mit einer Festbrennweite, ein anderes Mal ein einzigartiger Blickwinkel. Was entsteht, ist experimenteller, skurriler, persönlicher als das, was man von einer Reisefotografin erwarten würde. Ich suche das Detail, den schiefen Moment, die unerwartete Perspektive und erzähle damit Geschichten, die anderen entgehen. Mein Ansatz ist intuitiv, spontan und bewusst offen. Ich lasse mich gerne überraschen und inspirieren, anstatt zu detailliert zu planen. 

Als Mentorin möchte ich zeigen, dass großartige Bilder zwar gut vorbereitet sein dürfen, aber nicht immer das Ergebnis von Kontrolle sind.

Alle Infos zur Workshopreise „StoryLAB Kolumbien 2027“ findet ihr auf der Website von Zoom Expeditions.

Kolumbien Fischmarkt

"Wenn ich reise, suche ich selten nach dem perfekten Bild."

Ein gutes Bild kann Aufmerksamkeit erzeugen. Eine Bildstrecke kann etwas erzählen.

Deshalb fotografiere ich auf Reisen nicht nur einzelne Motive, sondern suche nach Zusammenhängen, Wiederholungen und Themen. Mich interessiert, was zwischen den Bildern entsteht. Meine Arbeit bewegt sich dabei oft im Spannungsfeld zwischen Dokumentation und Konzeption.

Ich beobachte, sammle Eindrücke und fotografiere das, was mir begegnet. Gleichzeitig beginne ich, Muster zu erkennen und Geschichten zu entwickeln. Aus Beobachtungen entsteht eine Idee. Aus vielen Bildern eine fotografische Erzählung. Gerade heute, wo technisch perfekte Bilder jederzeit möglich sind, wird die persönliche Sichtweise immer wichtiger. Nicht das einzelne Foto bleibt im Gedächtnis, sondern die Geschichte dahinter.

StoryLAB Kolumbien 2027

Umso mehr freue ich mich, ab 2027 gemeinsam mit Frank Niedertubbesing als Mentorin und Fotocoach Teil von Zoom Expeditions zu sein. In den vergangenen Jahren bin ich als Teilnehmerin mit Zoom Expeditions unterwegs gewesen und habe das Format so sehr schätzen gelernt und mich damit identifiziert.

Mit StoryLAB entsteht nun ein neues, gemeinsames Workshopformat, das dokumentarische Fotografie, persönliche Bildsprache und gemeinsames Mentoring miteinander verbindet. StoryLAB schafft Raum für fotografisches Arbeiten mit Zeit: für Beobachtung, Begegnungen und die Entwicklung eigener Bildserien. Dabei geht es nicht nur um klassische Reportagefotografie, sondern auch um persönliche, konzeptionelle und beobachtende Ansätze.

"Hätte uns 2016 jemand erzählt, wohin diese Reise einmal führen würde."

Gerade die Zusammenarbeit mit Frank macht StoryLAB für mich besonders spannend. Obwohl wir fotografisch unterschiedlich arbeiten, verbindet uns ein ähnlicher Blick auf Menschen, Reisen und Geschichten. Während Frank stärker über Serien, Nähe und Begegnung arbeitet, agiere ich intuitiver, offener und experimenteller. Genau aus dieser Mischung aus Struktur, Spontanität, Austausch und gegenseitiger Reibung ist die Idee zu StoryLAB über die letzten Jahre immer weiter gewachsen.

Ein wichtiger Teil dieser gemeinsamen Entwicklung war unser Langzeitprojekt „Treffen wir uns in der Mitte“, an dem wir über zwei Jahre gearbeitet haben. Das Ergebnis: Ein Bildband mit zwei fotografischen Sichtweisen aus Israel, der 2020 schließlich mithilfe eines Crowdfundings gedruckt wurde. „Treffen wir uns in der Mitte“, die vielen Gespräche und der intensive Austausch haben uns gezeigt, wie viel Kraft in gemeinsamer fotografischer Arbeit entstehen kann.

Kolumbien Fleischmarkt

StoryLAB: Kolumbien 2027 und ein neuer gemeinsamer Weg mit Zoom Expeditions

Kolumbien ist für den Start von StoryLAB genau das richtige Land. Kaum ein anderer Ort vereint so viele Gegensätze, Geschichten und Begegnungen auf engem Raum. Gleichzeitig ist Kolumbien ein Land, das Zeit braucht und genau darin liegt für uns der besondere fotografische Reiz. StoryLAB verstehen wir nicht als klassischen Fotoworkshop mit festen Aufgaben oder Motivjagd. Vielmehr möchten wir gemeinsam mit einer kleinen Gruppe fotografisch arbeiten: beobachten, Bilder besprechen, hinterfragen, wiederkommen und persönliche Geschichten entwickeln.

Ich freue mich sehr, diesen neuen Weg gemeinsam mit Frank und Zoom Expeditions gehen zu dürfen, und ganz besonders darauf, StoryLAB 2027 gemeinsam in Kolumbien zum ersten Mal auf die Reise zu schicken.

Mongolei Altai Gebirge
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